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Stadtbad Leipzig

Das Leipziger Stadtbad hat sich am 19.10.2014 im besten Licht präsentiert und die Fototour zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Gebucht habe ich die Tour über die Förderstiftung und dem Organisator go4foto. Mit drei ambitionierten Hobbyfotografinnen konnte ich unter fachkundiger Anleitung von Marcel Noack die Räumlichkeiten des altehrwürdigen Stadtbades in aller Ruhe auf mich einwirken und mich zu zahlreichen Fotoaufnahmen inspirieren lassen. Das Innenleben hatte ich bereits zum Tag des offenen Denkmals kennen gelernt und konnte mich somit auf diese Tagestour gedanklich gut vorbereiten. Sämtliche Räume liegen oberirdisch und durch die Fenster dringt ausreichend Tageslicht ins Gebäudeinnere. 

Der Einsatz des Statives war dennoch bei allen Aufnahmen erforderlich und sinnvoll. Als Canonuser war das vorhandene Tageslicht wegen dem fehlenden AF-Hilfslicht ein guter Ersatz.  Nach ca. 4 Stunden waren das Männer- und Frauenschwimmbad, das orientalische Bad mit den Saunalandschaften der ersten und zweiten Klasse sowie die in den Obergeschossen zugänglichen Räumlichkeiten motivseitig im Kasten. Im Anschluss erfolgte zusammen mit Marcel im Ofenrohr eine individuelle Bildbesprechung und Auswahl von 4 Prints. Interessant fand ich auch die Fotos der anderen, deren Sichtweisen und Bildgestaltungen. In solch kleinen Runden macht das Fotografieren echt Spass und kann es nur weiter empfehlen.

Julia May, die für das Magazin urbanite an der Tour teilnahm, hat inzwischen ihre Aufnahmen in einem Videoclip zusammengestellt, was ich Euch nicht vorenthalten möchte.


Brandstiftung

Freunde der Lost Places-Fotografie nehmen solche Meldungen sicher mit Unverständnis und jeder Menge Wut im Bauch zur Kenntnis, dass es total egoistische Idioten gibt, die in leeren Fabrikhalle und Häusern, Hotels und Parks aus unterschiedlichsten Motivlagen heraus Feuer legen. Aktuell prominente Opfer sind der ehemalige Freizeitpark in Berlin, zu dem go2know Fototermine angeboten hat und in Leipzig das Hotel Astoria und eine Fabrikanlage in der Dortmunder Straße. Der Verfall solcher Locations wird damit zusätzlich beschleunigt und die Eigentümer solcher Immobilien werden immer misstrauischer. So versauen ein paar Dumme einer ganzen Fotogeneration die Möglichkeiten, einmalige Fotoobjekte für die Nachwelt festzuhalten.

Beelitz Heilstätten

In der Fofocom-Community bin ich auf den Veranstalter go2know aufmerksam geworden. Dieser bietet u.a. auch Fototouren in den Beelitzer Heilstätten an. Angeregt von einigen Bilder von Usern der Community entschloss ich mich, eine solche Tour am 05.04.2014 zu buchen. Dieses Feeling, in alen Gemäuern umher zu kriechen und deren Verfall fotografisch festzuhalten, interessiert mich sehr. 

Gleichwohl ich meine Erwartungen etwas zurückschraubte, da ich schon gelesen habe, dass das ursprüngliche Flair dort nicht mehr vorzufinden sei. Aber wie so oft, kommt es immer auf den jeweiligen Blick des Betrachters an. Die Tour war organisatorisch top. Freie Beweglichkeit drinnen wie draußen wurde sichergestellt. Die 30 Leute verteilten sich recht schnell im sehr großen Gelände, so dass ich ungezwungen Innen- und Außenaufnahmen nach meinem Geschmack machen konnte. Für den Lost Places-Einsteiger sind die angebotenen Touren durchaus sinnvoll. Für die perspektivische Bildgestaltung sind noch ausreichend Motive vorhanden. Der Kreativität sind vor Ort kaum Grenzen gesetzt. 

Nach 5 Stunden hatte ich für den Moment genug gesehen. Eine Wiederholung könnte ich mir durchaus vorstellen.