Essays / s /

Der überbelichtete Himmel

Es kommt gar nicht so selten vor, dass bei schwierigen Lichtverhältnissen oftmals der Himmel völlig weiß und ohne jedwede Zeichnung abgelichtet wird, weil man entweder bewusst die Belichtung auf das Hauptmotiv bezogen einstellt oder es der Kamera-Automatik überlässt, die "korrekte" Belichtung zu finden. Am heimischen Rechner stellt man dann leider fest, dass selbst bei RAW-Daten kaum noch etwas zu retten ist. Ein Blick auf das Histogramm bringt schnell Gewißheit. Fehlen im Himmel die Bildinformationen, müssen diese mühsam ersatzbeschafft werden.

Einen intelligenten Lösungsansatz soll die AI Sky Replacement Technologie in Luminar 4 von Skylum anbieten. Also habe ich mir das Tool besorgt und es für die externe Bearbeitung aus Adobe Lightroom heraus eingerichtet. Die ersten Bilder sind schon bearbeitet.

Beispiel 1 Sony DSC RX100M3 1/80s I f 5.0 I ISO 125
Lightroom

Rakotzbrücke

Luminar 4

Rakotzbrücke

Sicher ist dieses Beispiel etwas übertrieben, zeigt es jedoch, welche Möglichkeiten in Lumniar 4 stecken.

Beispiel 2 Canon EOS 6D Mark II und Tamron SP 15-30mm, F 2.8 Di VC USD bei 1/320s I f 8.0 I 15mm I ISO 100 Auf Grund der Außenwölbung der Linse kommt es zu unnatürlichen halbrunden Verzeichnungen.

Lightroom

Luminar 4

Beispiel 3 wie in Beispiel 2 1/500s I f 11 I 15mm I ISO 100

Lightroom

Luminar 4

Auch lassen sich in der Architekturfotografie die integrierten Looks in Luminar 4 gut mit den eigenen Bildvorlagen kombinieren. Der Kreativität sind m.E. da keine Grenzen gesetzt.

Lightroom

Luminar 4

Im Moment eine klare Empfehlung zur Rettung überbelichteter Bilder gepaart mit vielen kreativen Gestaltungsmöglichkeiten!

Mit dem Smartphone fotografieren

Ich kann mich noch gut an die Fragen auf diversen Blogs erinnern, ob das Smartphone die DSLR ablösen wird. Das Smartphone ist stark im Kommen und mit zunehmenden Zubehörequipment schon eine echte Alternative. Beim Zubehör gibt es leider nicht nur erhebliche Qualitätsunterschiede sondern inzwischen auch erjebliche Bestandsprobleme.

Beispiel Gimbal

Nachdem das Kickstarter-Projekt FlowMotion nicht ganz ausgereift daherkam und seit dem 01.07.2019 auch dessen Ende verkündet worden ist, war es an der Zeit, sich einmal andere Gimbals näher anzuschauen.

Die Wahl fiel auf den VLog Pocket von Feiyu Tech. Der richtet sich, wie der Name schon verrät, eigentlich an Blogger. Aber der Funktionsumfang des VLog Pocket reicht für meine Zwecke völlig aus. Während der FlowMotion One mit dem 190g schweren Galaxy Note 8 mit der Stabilisierung so seine Probleme hatte, kommt der für 240g ausgelegte VLog Pocket anscheinend besser damit klar. Das Galaxy S6 fühlt sich viel angenehmer an. Die Akkulaufzeit muss noch abgewartet werden. Das Gerät habe ich erst zwei Tage in Benutzung.

Beispiel Kameragriff

Die Firma Miggo hat mit dem Pictar Pro One Mark I und Mark II bereits ein ansprechendes Produkt auf dem Markt. Derzeit warte ich auf meine Kickstarter-Belohnung der Neuauflage, die leider stark verzögert erst im November kommen soll. Ich erhoffe mir einen Mehrwert und besseres Handling. Die Liferung ist für Ende Dezember 2019 angekündigt.

Moderne Smartphones sind nicht nur mit einer guten Optik ausgestattet, auch die Software (Apps) bietet einen Funktionsumfang, die mit modernen DSLR's bzw. DSLM's mithalten kann. Insbesondere wird das DNG-Format zunehmend unterstützt, so dass sich die Fotos am heimischen Rechner noch besser bearbeiten lassen.

Jahrhundertmond & Zeitraffer

Wie hält man so ein Ereignis am besten fest? Durch tausende Bilder natürlich. Alle 5 Sekunden 1 Bild in 1 Stunde und 46 Minuten macht das insgesamt 1.273 Bilder. Gerendert bei 30fps bleiben letztlich nur noch 42 Sekunden Filmmaterial übrig. Was für ein Aufwand!

Externe Stromquellen für die Canon oder die Sony standen mir leider nicht zur Verfügung. Das Samsung Galaxy Note 8 hatte ich an eine Powerbank angeschlossen und die Sequenz mit Lapse It Pro für Android auf Stativ montiert aufgenommen.

Nun hieß es warten und aufpassen, dass der Mond nicht aus dem Bild verschwindet. Das Rendern habe ich der Software überlassen, wobei die Bilder für das Querformat noch gedreht werden mussten. Und so sieht das Ganze dann aus:

Das mir aller Wahrscheinlichkeit auch noch die ISS durch das Bild fliegt, wäre das I-Tüpfelchen meines ersten Timelapsversuches gewesen. Ganz so sicher bin ich mir da nicht.